Islam

von joernkruse
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Muslime in Hamburg:

Die Hansestadt Hamburg verfügt mit über 140.000 Menschen über einen großen muslimischen Bevölkerungsanteil. Einem Bericht von „Statistik Nord“ aus dem Jahr 2014 zufolge sind die meisten Personen mit Herkunftsbezug zu einem islamisch geprägten Land türkisch-, afghanisch- und iranischstämmig. Dies weist bereits darauf hin, dass Muslime in Hamburg sowohl unter ethnischen als auch unter konfessionellen Gesichtspunkten keineswegs als homogene Gruppe zu betrachten sind.


Parlamentarische Arbeit zum Thema

Als erstes Bundesland überhaupt hat der Hamburger Senat im November 2012 mit insgesamt drei muslimischen Trägerverbänden einen Staatsvertrag abgeschlossen, bei welchen es sich um eingetragene Vereine (e.V.) handelt, unter deren Dach wiederum eine Vielzahl weiterer Vereine zusammenfindet, die in der Regel Moscheen betreiben.  Der Staatsvertrag ist politisch von großer Bedeutung, weil er rechtliche Verbindlichkeiten schafft. Diese Regelungen umfassen u.a. spezielle Rechte für Feiertage, islamischen Religionsunterricht, die Förderung islamischer Theologie an der Universität Hamburg, für religiöse Betreuung in besonderen Einrichtungen (bspw. Polizei, Krankenhaus) sowie für das Rundfunk- (Sendezeiten zur religiösen Verkündung und Seelsorge) und Bestattungswesen. Eine vollumfängliche Gleichstellung mit den christlichen Kirchen findet auf dieser Grundlage jedoch nicht statt, die im Gegensatz zu den islamischen Vereinen über die Rechtsform der Körperschaft des öffentlichen Rechts verfügen – ein Status, den zuletzt etwa der Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V. vor Gericht erstreiten sollte.

Islamische Institutionen in Hamburg 

Im Staatsvertrag werden insgesamt drei Parteien begünstigt: Zu diesen gehören die SCHURA – Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V., der Verband der Islamischen Kulturzentren e.V. und der DITIB-Landesverband Hamburg e.V. Ungeachtet der Tatsache, dass diese Organisationen verschiedene islamische Strömungen repräsentieren und ihre Mitglieder verschiedenen ethnischen Gruppen angehören, ist ihnen allen das Ziel gemein, den Islam in Deutschland als politischen Akteur zu etablieren. Wie problematisch der Umgang mit den islamischen Trägerverbänden in Hamburg ist, zeigen folgende Beispiele.

Bei DITIB handelt es sich um einen Verein, der gemäß seiner Satzung der direkten Kontrolle  der türkischen Religionsbehörde DIYANET untersteht und damit faktisch den verlängerten Arm Ankaras in Deutschland repräsentiert. Der SCHURA indes gehört mit dem Islamischen Zentrum Hamburg e.V. ein Moscheeverein an, der direkt aus Teheran gesteuert wird und deswegen seit Jahren unter der Beobachtung des Landesamtes für Verfassungsschutzes steht. Darüber hinaus sind in der Vergangenheit immer wieder auch andere Moscheevereine durch Verfehlungen aufgefallen, wie z.B. die 2016 geschlossene Al-Taqwa-Moschee in Harburg.

 

 

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